ITMS präsentiert sich auf dem IG3IS „Stakeholder Consultation and User Summit“
20.- 22. April 2026 / WMO / „Global Atmosphere Watch” (GAW) Programm
Das „Integrated Global Greenhouse Gas Information System“ (IG3IS) brachte Ende April 2026 Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter zu einem Stakeholder Konsultation und Anwenderforum zusammen. Die dreitägige Veranstaltung unterstrich einen wachsenden Konsens: Die atmosphärische Überwachung von Treibhausgasen ist so weit ausgereift, dass sie die Klimapolitik wirksam unterstützen kann; die Bereitstellung dieser Daten für Entscheidungsträger bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung.
Von der Messung bis hin zur Entscheidung
Die wissenschaftliche Basis ist solide; nun gilt es, die Anwendung zu skalieren. Diese Botschaft prägte die Eröffnungsreden von Paolo Laj, Leiter des Programms „Global Atmosphere Watch“ (GAW), sowie der IG3IS-Vorsitzenden Jocelyn Turnbull und Felix Vogel. Turnbull betonte, dass Emissionsinformationen auf verschiedenen Skalenebenen - von der globalen Bestandsaufnahme bis hin zu einzelnen Anlagen - „handlungsrelevant“ sein müssen und dass atmosphärische Beobachtungen zunehmend in der Lage sind, die Angaben in Emissionsinventaren zu verifizieren. Derzeit werden neue IG3IS-Leitlinien für bewährte Verfahren (Good Practice Guidelines) entwickelt -sowohl für die Quantifizierung von Methan auf Anlagenebene als auch für CO2-Emissionen und -Senken auf Landschaftsebene.
Für ITMS und Deutschland nahmen Andrea Kaiser-Weiss und Jennifer Müller-Williams vom Deutschen Wetterdienst (DWD) persönlich teil; sie trugen zur Sitzung „Lösungen für die Politik“ bei und präsentierten ITMS zudem auf dem „Marktplatz der Ideen“. Christian Mielke und Lukas Häffner vom Umweltbundesamt (UBA), der nationalen Stelle für die Treibhausgasberichterstattung in Deutschland, beteiligten sich als Online-Diskussionsteilnehmer. Projektleiterin Andrea Kaiser-Weiss hielt im Namen aller Konsortialpartner einen Vortrag, in dem sie 13 Erkenntnisse aus den Erfahrungen beim Aufbau und der Weiterentwicklung des Integrierten Treibhausgas Monitoringsystems für Deutschland (ITMS) hervorhob. Der Vortrag von Jennifer Müller-Williams konzentrierte sich auf eine dieser Erkenntnisse, nämlich die Einbindung von Interessengruppen und Nutzern als wesentlichen Bestandteil des Erfolgs des ITMS.
Die Veranstaltung förderte einen lebhaften Austausch über die neuesten Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Anwendung, schuf Gelegenheiten zur Vernetzung und Zusammenarbeit und stärkte die Verbindungen zwischen der Gemeinschaft der Atmosphärenwissenschaftler und den Nutzern atmosphärischer Beobachtungsdaten.
Weitere Informationen zum Gipfel finden Sie hier:
Die Agenda und die Präsentationen des Gipfels (die Vorträge sind in der Agenda verlinkt) sind hier abrufbar: https://wmo.int/events/meeting/ig3is-stakeholder-consultations-and-user-summit-2026

